Akkordeon

Akkordeon

Ein weißes, perlmutt-schimmerndes Akkordeon mit weißen und schwarzen Tasten am Diskant, Knöpfen am Bass und fünf Chortasten für Variationen der Klangfarbe.

Das Akkordeon ist auch unter dem Namen Schifferklavier, Ziehharmonika oder umgangssprachlich und witzig als „Quetschn“ bekannt. Das Tasteninstrument wird vor allem in der Volksmusik verschiedener Länder gespielt, kommt aber auch in der Klassik oder modernen Pop-Rock-Musik zum Einsatz. Eine spezielle Art des Orchesters ist das Akkordeonorchester, das nur aus Akkordeonspielern besteht. Einige Komponisten schrieben spezielle Solostücke für Akkordeon, die ein Akkordeonspieler bei einem Solokonzert vorspielt.

Akkordeon – Bauweise und Funktion

Die Instrumente unterscheiden sich in Bau- und Spielart, Tonumfang, Zugtechnik und den sogenannten Chören (siehe Bild weiße Schalttasten auf der Diskant-Seite, analog dazu gibt es auch Chor-Schalter für den Bassteil). Die zwei Hauptbestandteile des Akkordeons sind Diskant und Bass, die über einen faltbaren Luftbalg miteinander verknüpft sind. Andere Varianten sind das chromatische Knopfakkordeon und das diatonische Akkordeon.

Knopfakkordeon

Knopfakkordeon

Beim Knopfakkordeon befinden sich im Vergleich zum Diskant-Akkordeon ebenfalls (wie bei der Bass-Seite) Knöpfe auf der rechten Seite statt Tasten. Das Diatonische Akkordeon liefert jeweils bei Ziehen oder Schieben des Balges einen anderen Ton (auch als als wechseltönig bezeichnet).

Die Klangerzeugung selbst passiert in einem Zusammenwirken von Stimmstöcken, Stimmplatten (Stimmzungen) und Luftdruck- bzw. zug. Durch das Ziehen und Drücken des Balges entsteht der Luftstrom. In einem Stimmstock sind mehrere Stimmplatten installiert. Auf den einzelnen Stimmplatten sind Stimmzungen – ein Stück gleichförmiges Metall – an einem Ende angebracht. Das freie Ende kommt dann bei Luftzug zum Schwingen und bringt den Ton hervor.

Akkordeon – Produktion

In verschiedenen Ländern, wie zum Beispiel Italien, Frankreich oder Russland, fanden gleichzeitig verschiedene Entwicklungs- und Produktionsprozesse statt. Ein bekannter Akkordeonbauer, der sich seit Anfang des letzten Jahrhundert etablierte, ist Hohner. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Akkordeon in Klingenthal entwickelt und gebaut. Heutzutage werden die Instrumente maschinell gefertigt, wobei die Hersteller auf die Zulieferung einzelner Komponenten auf externe Produktionsstätten zurückgreifen. Beim Kauf eines Akkordeons ist es für den Akkordeonliebhaber wesentlich zu wissen, wann das Instrument gebaut wurde. Die Auswahl der Materialien und die Qualität der Verarbeitung haben einen enormen Einfluss auf das Klangbild des Akkordeons.

Akkordeon spielen

Akkordeonunterricht wird auf Musikschulen oder privat gegeben. Als Einstieg werden einfach Lieder eingeübt, die das Spielen von Bass mit der linken Hand und Melodie (anfangs noch einstimmig) mit der rechten Hand erfordern. Für Anfänger ist es eine große Herausforderung zweihändig mit Bass zu spielen, da die Knöpfe auf der Bass-Seite einem bestimmten Akkordsystem unterliegen. Sind die grundlegenden Spieleigenschaften erlernt, ist es durchaus möglich sich selbst weiterzuentwickeln. Die Stücke können stufenweise anspruchsvoller gewählt werden bis hin zu ganzen Opern oder komplexen Solostücken. Das Akkordeon lässt sich harmonisch zu Geige, Klavier, Gitarre und anderen Blasinstrumenten kombinieren.

Auf dem Markt gibt es spezielle für Akkordeon aufbereitete Noten. Beispielsweise Notenhefte mit klassischen Stücken von Mozart, Beethoven und Strauß sind auf Akkordeon zugeschnitten. Volkslieder, Irische Musik oder Wiener-Musik ergänzen sicherlich die Sammlung und Umfang des Spielspektrums eines Akkordeon-Spielers.

(Bildquelle: Pixabay.com - CC0 Public Domain)